Der technische Fortschritt und die Digitalisierung – so wie ich das erlebte

Definition: Digitalisierung

Digitalisierung bezeichnet im ursprünglichen Sinn die Umwandlung von analogen Daten (z.B. Daten/Informationen auf Papier, Tonbandkassette, VHS-Kassette, Dias …) in digitale Daten – in Pixel, Bits und Byts … Diese digitalen Daten lassen sich dann problemlos weiterverarbeiten und endlos vervielfältigen.

Weitere Begriffe dazu -> Industrie 4.0-> Globalisierung -> demografischer Wandel -> Fachkräftemangel -> Automatisierung -> Internet der Dinge -> künstliche Intelligenz (KI) … BigData

Ein Beispiel:

Umwandlung (meist durch scannen) von analogen Bildern (Fotos, technische Zeichnungen, Bücher) in digitale Formate zwecks Speicherung und/oder Weiterverarbeitung. Genannt: Bilder/Fotos/Texte digitalisieren.

Weitere Begriffe zur Digitalisierung:

  • Umwandeln von analogen Informationen in digitale
  • digitale Revolution
  • digitale Transformation
  • digitaler Wandel in der Gesellschaft (Wirtschaft, Politik, Bildung und Kultur)

Digitalisierung - Hartmut Dietmar Harthun

So war das bei mir damals

1989/1990, kannte man (ich) das Wort Digitalisierung noch nicht. Ich war ein Kind der DDR und hatte von Computern, Handys und anderem Teufelskram keine Ahnung. Zu diesem Zeitpunkt war ich als Abteilungsleiter in einem Großbetrieb (2.000 Mitarbeiter) in Schwerin tätig. Zwar soll es dort einen Computer gegeben haben, aber der/das war – top secret. Der Computer soll  so groß wie ein Einfamilienhaus gewesen sein, wurde mit Lochkarten gefüttert und soll irgendwo in einem Keller gestanden haben (hat man so erzählt). Keine Ahnung 😉

Digitalisierung - Hartmut Dietmar Harthun

Ist das jetzt Digitalisierung?

Dann hieß es plötzlich (das war die Zeit der Wende), dass in diesem Werk „Personalcomputer“ eingeführt werden sollen. Hey, ich hatte Angst davor 😉 Ich nahm doch tatsächlich an, dass diese Personalcomputer alles über mich wissen. Ja, so war das damals.

Aber die Technik entwickelte sich …

Irgendwann gab es die ersten Organizer, z. B. ein Palm Pilot – sieht aus wie ein iPhon konnte aber nur Termine verwalten. Dann gab es so etwas auch für die Navigation. Ich hab damals schon gesagt, „wenn es ein Gerät gibt, mit dem ich telefonieren, organisieren und navigieren kann, dann kaufe ich es“. Mein erstes Handy war aber von Siemens – ein Siemens S 55, danach kam ein Siemens S 25. Dann gab es die ersten Klapphandys. Das war schon ne interessante Zeit. Über die Handy-Tarife wollen wir erst gar nicht reden 😉 Flatrates gab es nicht.

Ja und ins Internet ist man damals mit einem Modem gelangt. Die Geschwindigkeit betrug anfänglich 14,4 K und so hat sich die Einwahl angehört. Wer damit groß geworden ist, der wird das nie vergessen.

Und erst die Disketten. Das war mein erster PC, ein 286. Den hab ich mir in Lübeck bei Karstadt gekauft. Man war ich stolz. Als Betriebssystem gab es noch DOS und Windows 3.1. Beide Systeme mussten installiert und eingerichtet werden. Schon damals stellte ich bei mir fest – Junge, das ist dein Ding, das interessiert dich.

Und so war es dann auch. Im August 1999 habe ich mich mit meiner Internetagentur selbständig gemacht.

Hartmut Dietmar Harthun

Bleiben wir bei der Digitalisierung

Digitale Kameras/ Fotoapparate gab es damals noch nicht. Und immer, wenn man was in seine Webseite einbauen wollte, musste man das scannen. Per Handscanner oder per Tischscanner (gibt es heute noch). Egal ob es sich dabei um Fotos, Selbstgemaltes/-gezeichnetes oder um Ausschnitte von Landkarten handelte.

So wie heute – mit dem Handy fotografieren und per Mail auf den Rechner senden – so etwas gab es damals nicht. Aber Anfang 2007 wurde der Bann gebrochen. Steve Jobs brachte das erste iPhone auf den Markt. Das war mein Gerät – ich konnte damit telefonieren, organisieren und navigieren und Internet gab es auch dazu. Das war ne geile Zeit.

Mittlerweile gab es auch digitale Fotoapparate. Meine erste digitale Kamera (habe ich immer noch) war eine EOS 400D von Canon. Ich hab mir zwar ein paar gute Objektive dazugekauft – aber ansonsten alles so gelassen. Für Otto-Normal reicht diese digitale Kamera vollkommen aus.

Jetzt konnte ich alles was ich wollte digital erfassen und in meinem Computer so verarbeiten, wie es die Zeit erforderte. Mittlerweile brauchte ich auch keine Landkartenausschnitte mehr kopieren, scannen oder fotografieren – Google kam mit Google Maps auf den Markt. Jetzt war die Welt für mich heile.

Hartmut Dietmar Harthun

Heute geht ohne Digitalisierung nichts mehr

Zumindest wenn man im Internet Geschäfte machen will, dann kommt einem diese Entwicklung sehr entgegen. Einen argen Dämpfer bringt aus meiner Sicht aber die neue DSGVO.

Wir wollen Roboter, intelligente Maschinen, Videoüberwachung wegen Terror, wir wollen die Nr. 1 in der digitalen Entwicklung in der Welt werden (sind wir, also Europa, aber noch weit weg davon) und anstatt diese digitale Entwicklung zu fördern, bietet Europa als Antwort auf die wichtigen Fragen eine Datenschutz Grundverordnung. Toll.

Wenn ich nochmal einen Blick zurückwerfe – dahin, wie die Digitalisierung in vielen kleinen und mittleren Unternehmen (war meine Zielgruppe) umgesetzt wird, dann sehe ich schwarz. Natürlich benötige ich die technische Ausstattung um Digitalisierung anwenden zu können. Aber viel wichtiger ist aus meiner Sicht, wie es in den Köpfen der Entscheider aussieht. Wenn es da hakt, dann kann das nichts werden. Ich weiß wovon ich rede – ich habe ziemlich lange an der Handwerkskammer Schwerin Internet-Kurse gegeben. Ich habe teilweise angeboten, Webseiten zu erstellen und diese bei Google entsprechend zu platzieren … Aber das Interesse war nicht so überwältigend, wie ich es mir erhofft hatte. Diese Kurse wurden dann auch Seitens der HWK-Führung zugunsten von Excel und -Word-Kursen eingestellt. Das ist zwar schon ein paar Tage (Jahre) her, aber ich glaube nicht, dass sich das grundlegend geändert hat.

Hartmut Dietmar Harthun

Die Zukunft der Digitalisierung

Es geht hier nicht darum ob ich das gut finde oder nicht. Das will auch keiner wissen. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass Elektro-Autos kommen werden (find ich falsch, ist aber so). Das selbstfahrende Autos kommen werden, das der Diesel verschwinden wird – generell der Verbrennungsmotor … und dass das Internet der Dinge kommen wird. Ja, und irgendwann kommt auch was mit KI (künstliche Intelligenz). Übrigens – wenn Excel irgendwas schönes auswirft (Sie haben alles richtig gemacht) dann hat das nichts mit künstlicher Intelligenz zu tun. Das kann man seinen Kunden zwar so erklären um diese abzuzocken, aber in Wirklichkeit steckt nur etwas Programmierung dahinter.

Ich weiß gar nicht ob wir das mit der künstlichen Intelligenz wirklich wollen und vor allem, ob wir das bis zum Schluss überschauen können. Mehr dazu in einem gesonderten Artikel.

Hartmut Dietmar Harthun

Mein Fazit

Als ich 1997, erst privat, angefangen hatte, mich mit dem Internet zu beschäftigen … später, 1999, dann beruflich, mit der Gründung meiner ersten Internetagentur – galt das Internet weit verbreitet als TEUFELSWERK. Unternehmen stritten darum, „brauch ich das überhaupt“ und eine Website hat damals ab 10.000,00 DM aufwärts gekostet.

Seitens der Politik wurde damals alles unternommen, das Internet zu diffamieren, also schlecht zu machen und als gefährlich darzustellen.

Und selbst noch 2013, also 14 Jahre nach meiner Unternehmensgründung im Internet, sagte unsere  Bundeskanzlerin Frau Merkel (Sie macht den Job immer noch): „Das Internet ist für uns alle Neuland“. Das ist natürlich weit weg von jeglicher Digitalisierung und es gab daraufhin natürlich die entsprechende Resonanzen. Guckst Du.

Unterm Strich gehe ich deshalb davon aus, dass es noch gut und gern 10 bis 20 Jahre dauern wird, bis erste ernsthafte Veränderungen im Denken und Handeln eintreten. Wenn dann überhaupt.

Zur Zeit sehe ich das so, dass Unternehmen (inkl. Dienstleister) um Fachkräfte buhlen – wer die Besten hat, der wird überleben. Das hat noch nichts mit Digitalisierung zu tun.

Außerdem geht es bei der Digitalisierung vorrangig um Optimierung von Prozessen. Es soll etwas vereinfacht, verbessert, effizienter gemacht werden. Da sehe ich in absehbarer Zeit keine Probleme für Handwerker,  Krankenschwestern, Lehrer und Friseure. Auch glaube ich, dass Menschen in diesen Berufen keine Roboter, wie immer diese aussehen können, sehen möchten. Zumindest nicht auf absehbare Zeit.

Ich kann mir aber gut vorstellen, dass in/bei eintönigen, schweren und gefährlichen Berufen Maschinen (Roboter) unseren Job übernehmen können. Was ja teilweise auch schon passiert. Und ob dann alle freiwerdenden Arbeitskräfte Programmierer werden können, das bezweifle ich ganz stark.

Zur Zeit sehe ich in Deutschland keine wirklichen Gefahren durch die Digitalisierung. Da wird in absehbarer nicht wirklich was passieren. Es fehlen die Fachkräfte in den Unternehmen und es fehlen die mutigen Unternehmer.

Ich komme aus dem DDR-Bildungssystem und ich bin stolz darauf. Wir konnten das kleine 1×1 vorwärts und rückwärts, konnten mehr oder weniger gut schreiben und lesen, wussten in der Geographie und Astronomie Bescheid, haben gelernt, aus Scheiße Bonbons zu machen 😉 und haben auch sonst nicht wirklich Probleme in unserem Leben gehabt (keine Psychologen oder ähnliches). Und wir waren auch 25 bis 30 Leute in einer Klasse. Ich kenne viele, die studiert haben und heute immer noch ihren Mann/Frau in der Wirtschaft stehen. Wenn ich heute die Bekanntschaft junger Leute mache – wie schreib ich das jetzt – bin ich über deren Wissensstand oft sehr überrascht. Mathe, Geographie, Allgemeinwissen – Fehlanzeige. Natürlich gibt es Ausnahmen (für meine Kritiker). Ich habe den Eindruck, dass der/die/das was werden will schon mal eine Privatschule ins Auge fassen sollte.

Ich beobachte jedenfalls den Trend – alles soll so bleiben wie es ist. Lass uns alles wie bisher immer HÖHER, SCHNELLER und WEITER machen. Aber mach um Himmelswillen nichts Neues.

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